Abiturprüfung 2004 (Bayern)

Chemie

als Grundkursfach

Aufgabe II

  1 Das folgende Diagramm zeigt den Verlauf der Siedetemperaturen in der homologen Reihe der n-Alkane und der n-Alkanole:  

1.1 Ordnen Sie Graphen und Stoffklassen einander zu und begründen Sie Ihre Zuordnung unter Einbeziehung des jeweiligen Molekülbaus!
5 BE

1.2 Beschreiben und begründen Sie den Verlauf der Siedetemperaturkurve der homologen Reihe der n-Alkane!
5 BE
1.3 In einem Glasgefäß werden einige Tropfen Brom mit 100 ml Hexan gemischt und bei Raumtemperatur dem Sonnenlicht ausgesetzt. Nach erfolgter Reaktion hält man ein angefeuchtetes Universalindikatorpapier über die Öffnung des Reaktionsgefäßes. Beschreiben Sie die Versuchsbeobachtungen und begründen Sie diese auf der Grundlage des Reaktionsmechanismus!
7 BE




   2 Kunststoffe sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken.
 
  2.1 Mehrweg-Getränkeflaschen werden häufig aus dem Kunststoff Polyethenterephthalat (PET) hergestellt. Als Ausgangsstoffe für dessen Synthese dienen Terephthalsäure (1,4-Benzoldicarbonsäure: HOOC-C6H4-COOH) und Ethan-1,2-diol.
Benennen Sie den Typ der Polyreaktion und formulieren Sie einen charakteristischen Strukturformelausschnitt (Repetiereinheit) von PET! Geben Sie die Stoffklasse an, der man PET aufgrund der Monomerverknüpfung zuordnen kann, und erläutern Sie das Verhalten dieses Kunststoffs beim Erwärmen!
8 BE

2.2 Durch Polymerisation von But-2-ensäure entsteht ein Kunststoff, der thermoplastische Eigenschaften aufweist. Durch Weiterreaktion mit Ethan-1,2-diol kann aus dem Thermoplasten ein neuer, duroplastischer Kunststoff entstehen.
Erläutern Sie die Veränderung des thermischen Verhaltens unter Mitverwendung geeigneter Strukturformelausschnitte!
5 BE




   3 Chitin hat bei verschiedenen wirbellosen Tieren eine ähnliche Stützfunktion wie Cellulose bei Pflanzen. In Pilzen ist Chitosan am Aufbau des stützenden Gerüsts der Zellwände beteiligt. Es eignet sich auch hervorragend für Lebensmittelverpackungen. Die folgenden Formelbilder zeigen kleine Ausschnitte aus den Molekülen des Chitins und des Chitosans:


 
  3.1 Vergleichen Sie das Chitosan-Molekül mit einem Cellulose-Molekül und begründen Sie die jeweilige Funktion aus dem Molekülbau!
10 BE 

3.2 Aus Chitosan lässt sich Chitin herstellen, das in einer Folgereaktion vollständig verestert werden kann.
Formulieren Sie für beide Vorgänge unter Verwendung geeigneter Strukturformelausschnitte die jeweilige Reaktionsgleichung!
6 BE

3.3
Lebensmittelverpackungen aus Chitosan sind unter anderem deshalb umweltfreundlich, weil es enzymatisch abbaubar ist. Erläutern Sie die Wirkungsweise von Enzymen mit Hilfe einer geeigneten Modellvorstellung!
4 BE
www.abiturloesungen.de 50 BE