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1 |
Angekündigt werden v.
a. ein "Saubermachen" auf "allen
Gebieten" und der "Schutz der nationalen
Ehre".  Zur Umsetzung der Ankündigung:
- Notverordnung "zum Schutz des deutschen
Volkes": Einschränkung von Grundrechten;
"Reichstagsbrandverordnung": Aufhebung
von Grundrechten, Massenverhaftungen
 
- Unterdrückungsapparat, SA-Terror

- Gleichschaltung der Länder

- "Säuberung" der Beamtenschaft

- "Ermächtigungsgesetz": Abschaffung
parlamentarischer Kontrolle / Aufhebung der
Gewaltenteilung

- Verbot bzw. Selbstauflösung der Parteien, NSDAP
als Staatspartei

- Verbot der Gewerkschaften / Aufgehen in DAF

- Gleichschaltung des kulturellen Bereichs

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2.1 |
Aus dem Text lassen
sich etwa folgende Elemente der NS-Führerideologie
erarbeiten:
- Überhöhte Stellung des "Führers":
Retter des deutschen Volkes
 
- außergewöhnliche, willensstarke
Persönlichkeit: Leistungsfähigkeit des
"Führers", dessen Wille alle
Schwierigkeiten überwindet

- "Führer" als Repräsentant des
deutschen Wesens und vom Schicksal bestimmter
Vollender der deutschen Geschichte

- Verhältnis von "Führer" und
"seinem" Volk: Unterordnung und Treue
des Volkes
 
- Verbundenheit des "Führers" mit dem
einfachen Volk durch Herkunft und Biografie

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2.2 |
Bei der Untersuchung
kann z. B. auf folgende Traditionen und Erfahrungen
eingegangen werden:
- Tradition des Kaiserreichs: Monarch bzw. Kanzler
als Machtzentrum
  
- Autoritätserfahrung und -gläubigkeit
 
- Reichsgründung als persönliche Leistung
Bismarcks / Bismarcktradition und -verehrung
 
- Sehnsucht nach führender Instanz über den
Parteien wegen Unverständnis für
Konfliktaustragung im Parteienstaat sowie wegen
der Schwäche der Parteien
  
- fehlende demokratische Erfahrungen, Verknüpfung
der Demokratie mit den Belastungen der Weimarer
Republik
  (hier sollen konkrete Beispiele,
mglw. die wtschl. Situation, genannt werden  )
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3.1 |
Rosenberg baut eine
positive und eine negative Traditionslinie auf:
Die Reichsgründung 1871 wird gesehen als "Fundament
zu Dritten Reich" (Beginn einer glanzvollen Epoche
der deutschen Geschichte und Geburtsstunde eines starken
Nationalstaates nach dem Sieg über Frankreich)Die
Reichsgründung dient insofern als historisches Argument,
als sie
- in Bezug zu den Ereignissen des 30. Januars 1933
gestellt wird

- der Regierungsübernahme durch Hitler eine
historische Dimension ("Zweites Reich"
/ "Drittes Reich") verleiht und diese
damit zgl. aufwertet

- die Wiedererlangung deutscher Größe suggeriert

Der 9. November 1918 steht im Text für
- den Beginn der parlamentarischen Demokratie

- die Niederlage und alle negativen Folgen

(Beispiele!  )
- den "Dolchstoß"

Der neunte November wird insofern als historisches
Argument verwendet,
als er eine Negativfolie für die Bestimmung der Ziele
der nationalsozialistischen Bewegung darstellt und den
30. Januar als Gegenpol profiliert.
Intention Rosenbergs ist auch die Gewinnung
"national gesinnter Kräfte" und die
Ausgrenzung politischer Gegner.  
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3.2 |
Es können in etwa
folgende Überlegungen angestellt werden: zur
Reichsgründung 1871:
- einerseits: Realisierung des kleindeutschen
Nationalstaates
 mit Auswirkungen bis in
die Gegenwart 
- andererseits: Einheit als Folge des Krieges gegen
Frankreich
: obrigkeitsstaatlicher Vollzug  ; im
Kern autoritär - monarchischer Staat trotz
demokratischer und bundesstaatlicher
Elemente
zum 9. November 1918:
- einerseits: Ausrufung der ersten deutschen
Republik
; Beginn der
parlamentarisch-demokratischen Entwicklung in
Deutschland ; breite Bevölkerungskreise als
Träger einer politischen Umgestaltung 
- andererseits: Scheitern der Weimarer Republik
wegen Schwächen der Verfassung
, die
zum einen in zu idealistischen Vorstellungen (z.
B. Wahlrecht; Fehlen eines Verfassungsschutzes ), zum
anderen in autoritären Traditionen (z. B.
Stellung des Reichspräsidenten) ihre
Ursache hatte
Erwartet wird ein Urteil, das das Für und Wider
abwägt.
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| ©
abiturloesungen.de, Christoph Brede (Augsburg), 2000 |