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1.1 |
Aus
dem Text können folgende Leitlinien Lloyd Georges
erarbeitet werden:
- Verhinderung einer
Bolschewisierung Europas und eines
deutsch-russischen Zusammenwirkens
;
- Schaffung eines
"gerechten" Friedens, um Akzeptanz auch
durch Deutschland sicherzustellen
;
- Errichtung einer
dauerhaften, in sich stabilen Ordnung in Europa
;
- Anerkennung der
Verantwortlichkeit für den Krieg durch
Deutschland sowie Reparationspflicht
;
- Ermöglichung eines
wirtschaftlichen Wiederaufstiegs Deutschlands mit
Zugang zum Weltmarkt
;
- Einrichtung eines
Völkerbunds als Instrument der kollektiven
Friedenssicherung
.
Gemeinsamkeiten zwischen den Leitlinien und den
Positionen Präsident Wilsons:
- Völkerbund als System
kollektiver Sicherheit
;
- Antibolschewismus
;
- Idee eines "gerechten
Friedens" (z.B. Verständigung mit besiegtem
Deutschland)
;
- Durchsetzung des freien
Welthandels
.
Insgesamt ergibt sich somit eine weitgehende
Übereinstimmung.
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1.2 |
Als
grundlegende Veränderungen können aufgezeigt werden:
- Ende übernationaler Reiche
und monarchischer Staatsformen
 ;
- Veränderung der
internationalen Lage durch Entstehung eines
bolschewistischen Staats mit weltrevolutionärem
Anspruch
 ;
- Bildung neuer
Nationalstaaten auf ethnischer Grundlage (v.a. in
Ost- und Südosteuropa)/Cordon sanitaire
 
- Kriegsziele für
Siegermächte (z.B. Rückgabe Elsass-Lothringens,
Wilsons Forderung nach Selbstbestimmungsrecht der
Völker)
 .
- Mächtekonzert und
Bündnisse wie 1914 und davor sind unter den
geänderten Bedingungen kaum denkbar
 .
- Erstmals Eingreifen der USA
als Weltmacht
 
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2.1 |
Im
Hinblick auf die Berechtigung der Bolschewismusfurcht
Lloyd Georges kann Folgendes in Erwägung gezogen werden: einerseits: innenpolitische Situation
1918/19 in Deutschland lässt Umsturz nach
bolschewistischem Vorbild denkbar erscheinen, z.B.:
- Instabilität durch
psychologische Wirkung der Niederlage, zu
erwartende wirtschaftliche und soziale Not,
Konflikte um die staatliche Neuordnung
;
- Einfluss von Arbeiter- und
Soldatenräten nach der Revolution
 ;
- revolutionäre Aktivitäten
des Spartakusbundes und der KPD
(Spartakusaufstand)
 ;
- Radikalisierung in Bayern
nach der Ermordung Eisners
 ;
andererseits: Angesichts der
tatsächlichen Machtverhältnisse in Deutschland und der
innenpolitischen Schwäche Russlands war die Gefahr eines
bolschewistischen Umsturzes eher gering, z.B.:
- Überwiegen
nichtkommunistischer Kräfte in den Räten
;
- Niederschlagung
kommunistischer Unruhen und Durchsetzung der
Staatsgewalt gegen die Linke
 ;
- breite demokratische
Mehrheit in der Nationalversammlung
 .
Wesentlich soll bei dieser
Aufgabe ein Abwägen beider Seiten sein, wobei sowohl
eine Entscheidung dafür als auch dagegen gelten muss,
sofern sie begründet wird
 .
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2.2 |
Erörterung
der Rolle des kommunistischen Russland für die deutsche
Außenpolitik der zwanziger Jahre:
- Russland als möglicher
Partner wegen vergleichbarer Situation und
partieller Interessenübereinstimmung
 (z.B. Polen);
- Zusammenarbeit zur
Erweiterung des außenpolitischen
Handlungsspielraums
 :
Es sollte darauf hingewiesen
werden, dass die Verständigung mit der Sowjetunion
deutscherseits als bewusstes Druckmittel im Verhältnis
zu den Westmächten benutzt wurde  .
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3 |
Die
Untersuchung sollte folgende wesentliche Unterschiede
ergeben:
- Lage des besiegten
Deutschlands 1945 grundlegend anders, u.a.
Besetzung, Fehlen eines handlungsfähigen
Staates, Übernahme der staatlichen Gewalt durch
die Sieger
  ;
- 1945 im Kern bereits
bipolares Mächtesystem, faktische Abgrenzung der
Machtsphären zwischen Ost und West im
Kern multipolares System 1918/19
 ;
- Sowjetunion als
gleichberechtigter Mitspieler Ausgrenzung
1918/19
 ;
- ideologische Gegensätze
zwischen Ost und West, Einbettung der Situation
in Europa in globale Zusammenhänge
Einigkeit in der Frontstellung gegenüber dem
Bolschewismus 1918/19
 ;
- Festlegung von Grundzügen
der Nachkriegsordnung bereits auf Konferenzen
während des Krieges, Kern von Gemeinsamkeiten im
Hinblick auf die Behandlung Deutschlands
in wichtigen Punkten unterschiedliche
Vorstellungen der Sieger, Entscheidungsfindung
erst auf der Pariser Friedenskonferenz
 .
- Kriegsverbrechen und
Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zweiten
Weltkrieg sind in Art und Ausmaß mit denen des
Ersten Weltkriegs nicht vergleichbar und
bestimmten maßgeblich das Verhältnis zwischen
Siegern und Besiegten
  .
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| ©
abiturloesungen.de, Christoph Brede (Augsburg), 2000 |